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Standort: Home. Leistungs- Wettkampfsport. Kinderleistungssport.

Kinderleistungssport aus pädagogischer Sicht

IMG_0914Die Befassung mit diesem Thema ist relativ jung. Erst in den siebziger Jahren, mit der Teilnahme von deutlich jüngeren Athleten bei großen Wettkämpfen und Olympischen Spielen, trat eine gesellschaftlich kritische Betrachtungsweise auf. Mit einer empirischen Studie stellte sich Gerhard Kaminiski, Professor für Psychologie an der Universität Tübingen, dieser Kritik. Er untersuchte die Doppelbelastung von Kindern und Jugendlichen durch Schule und Leistungstraining. Seine empirische deutsche Studie ergab, dass Jugendliche und Kinder, die Hochleistungssport ausüben, sich grundsätzlich nicht anders entwickeln als Mädchen und Jungen in den Vergleichsgruppen. Unterschiede machten sich in der den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehenden Zeit und Freizeit, in der Anzahl und Qualität ihrer Freundschaften und Sozialkontakte IMG_0949sowie hinsichtlich ihrer körperlichen Beanspruchung bemerkbar. Auch stellte die Studie einen gravierenden Unterschied in der Selbsteinschätzung ihrer körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten fest. Die Sportler/innen hatten ein wesentlich positiveres und differenzierteres Bild von sich und ihrem Körper als "normale" Kinder. Selbst ein ursprüngliches Vorurteil, Kinder und Jugendliche würden durch die Doppelbelastung von Hochleistungssport und Schulalltag an psychische und physische Störungen leiden, stellte sich mit der Studie als unwahr heraus.

Zusätzlich belegt eine weitere Studie von Lotte Rose im Jahre 1991, dass sich Hochleistungssport sehr positiv auf Kinder und Jugendliche auswirkt. Sinnkrisen und Selbstzweifel in der jugendlichen Existenz werden besser überwunden. Sie verspüren tiefere Anerkennung und Sicherheit, fühlen sich ernst genommen und nehmen Liebe und Verständnis von engen Bezugspersonen wie Eltern, Trainern und Betreuern besser wahr.