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Ein Wochenende aus der Sicht eines Seglers

Es ist Samstag 12.00 Uhr. Viele Kinder sind schon da, haben bereits ihren Optimist aufgebaut und sich registriert. Fritz ist auch gerade angekommen und kann es kaum erwarten...

DSC_0440... seine Freunde/innen aus ganz Österreich (und auch international) wieder zu sehen. Er begrüßt seinen Trainer, der gerade das Motorboot ins Wasser lässt. Nachdem Fritz sein Boot aufgebaut hat und die ersten Neuigkeiten mit seinen Kumpels ausgetauscht hat, ertönt auch schon ein langes Schallsignal. Fritz  weiß natürlich, was das heißt: Steuermannsbesprechung!

Es ist nämlich 13.00 Uhr, Zeit für die Eröffnung! Und schon hört man von vorne: "Liebe Segelfreunde/innen, liebe Eltern und Verwandte. Es freut uns, dass so viele gekommen sind wir heißen euch alle herzlich Willkommen, wir haben schönes Wetter und super Wind…" Segelkurs, Segelregeln  und das Rahmenprogramm (also Segleressen, Abendprogramm für die Kinder, Programm für die Eltern etc.)  werden bekannt  gegeben. Nach der Steuermannsbesprechung treffen sich Fritz und andere Segler/innen seiner Betreuungsgruppe noch schnell mit dem Trainer, um eventuelle Unklarheiten und letzte Segeltipps zu besprechen.

 Um 14.00 ist es soweit. Die Bäume biegen und winden sich im Wind, Segel flattern und zwischen 80 Booten huschen Kinder in ihrem Segelgewand zu ihren Booten um letzte Segeleinstellungen vorzunehmen. Auch sieht man hin und wieder Elternteile, die ihrem Kind die vergessene Haube oder das Lunchpaket nachtragen.

DSC_8185Ein Schallsignal ertönt: Es wird ernst! Auslaufen! Fritz geht nochmals den Segelkurs im Kopf durch und lässt anschließend sein Boot zu Wasser. Er ist ein bisschen aufgeregt, denn er hat sich viel vorgenommen! Ein Platz unter den ersten 15 ist sein Ziel. Aber kaum auf dem Wasser, vergeht die Nervosität und Fritz ist in seinem Element.  Der starke Wind weht mit viel Kraft in sein Segel, eine große Herausforderung für ihn und die anderen.

 An der Startlinie angekommen, schöpft Fritz die letzten Wasserreste aus dem Boot, schaut sich nochmals den Kurs an und zischt zu seinem Trainer um seine taktischen Ideen mit dem Trainer zu besprechen. Er muss laut schreien, da das Segel aufgrund des Windes laut knattert und  flattert.

Tüüüüt…Es geht los, noch 5 Minuten bis zum Start. Fritz sucht sich eine bevorzugte Startposition und verteidigt diese unermüdlich (das heißt: Halten der Bootsposition, trotz der Strömung, Wind und Welle). Selbst sein bester Freund hat jetzt keine Chance ihm den Startplatz wegzunehmen. Es geht immerhin um einen guten Platz?! Zwar wird an Land gemeinsam gespielt und getobt, aber auf dem Wasser herrscht unter Berücksichtigung der Segelregeln ein fairer aber harter Wettkampf. Jeder will gewinnen, nicht nur Fritz.

DSC_75475,4,3,2,1, START!! Der 10 jährige Fritz weiß, dass sich in der Startphase seine grobe Platzierung entscheidet. Plötzlich kommt eine starke Böe, automatisch schlüpfen seine Füße in die Ausreitgurte. Er hängt den "Hintern" über die Kante und lehnt sich weit hinaus. Sein Boot beginnt enorm zu beschleunigen. Das Wasser peitscht ihm ins Gesicht. Er gibt alles!! Was für ein Gefühl!! Die Kiste hebt fast ab. Andere Segler liegen schon im Wasser bzw. sind gerade dabei ihr Boot fluchend wieder aufzustellen.

Was machen wohl seine Schulkameraden/innen? Wahrscheinlich wieder mal zuhause vor der Playstation den Tag abhängen. Wie fad!

 50 min später ist Zieleinlauf. Fritz kommt erschöpft aber überglücklich zum Motorboot. "Starke Leistung, super, gratuliere" lobt ihn schulterklopfend der Trainer. Zuerst stärkt sich Fritz mit einem Brot und einem Getränk, das ihm seine Eltern mitgegeben haben und dann wird die Wettfahrt reflektiert. Nach der kurzen Besprechung verlässt Fritz das Motorboot, legt sich in seinen Optimist und rastet sich für die nächste Wettfahrt aus.

  Nach zwei weiteren Wettfahrten, segeln 80 Segler/innen müde in den Hafen, wo sie von ihren Eltern schon erwartet werden. Während sich die jungen Sportler umziehen und das Boot wegräumen, erzählen sie ihren Eltern was sie Spannendes erlebt haben und lassen dabei Frust und Freude freien Lauf. Fritz ist sehr müde. Heute war wirklich viel Wind. Gemütlich sitzt er am Abend mit seinen Freunden zusammen und alle erzählen sich beim Segleressen ihre Erlebnisse.

 Der nächste Tag, Sonntag, bricht an: 4 weitere Wettfahrten werden ausgetragen. Fritz geht es in 3 Wettfahrten gut, in der letzten Wettfahrt ließ die Konzentration nach. Aber das macht nichts, denn wie immer kann bei genügend Wettfahrten ein Ergebnis gestrichen werden.

DSC_4048So wie die Boote aufgebaut wurden, werden sie nun wieder abgebaut und transportfähig für die Heimreise gemacht. Zuletzt findet die Siegerehrung statt: Den 10. Platz erreichte Fritz Kolak!" Tosender Applaus! Fritz ist sehr stolz auf sich!  Er hat sein persönlich gestecktes Ziel erreicht und befindet sich am besten Weg zur Spitze. Während er sich feiern lässt, schüttelt er dem Wettfahrtleiter und anderen Funktionären die Hand. Dann überreicht ihm der Optimistpräsident den Pokal. Was für ein Gefühl!!

 Nach der Siegerehrung wird es Zeit Abschied zu nehmen. Ihm wird nochmals von verschiedenen Seiten gratuliert. Nun bricht jeder auf und die riesige Menschenmenge verlässt das Clubgelände. Fritz macht es sich auf der Autorücksitzbank bequem und Minuten später  fährt er auch schon  auf die Autobahn Richtung Heimat auf. Doch das merkte er gar nicht mehr, denn er schläft schon längst mit einem zufriedenen Schmunzeln im Gesicht.

The End

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