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Standort: Home. Seglerbereich. Bootsklassen. IOM-Modellsegeln.

die International One-Meter-Class IOM

MH_LOGO1Entwicklungsgeschichte

Vor ca. 15 Jahren fingen Modellbauer an, mit Carbonfaser zu arbeiten. Dies wirkte sich jedoch massiv in der Kostenentwicklung aus. Nur das Beste schien gerade gut genug zu sein. Um auf Regatten noch wettbewerbsfähig zu sein, musste (und muss man) einen gefüllten Geldbeutel aufweisen, den aber viele nicht hatten (haben).
Um diesem Trend entgegen zu wirken, wurde daher die Internationale Einmeterklasse (IOM) geschaffen. Boote, mit denen man sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann: SEGELN! iom

Design und Konstruktion - eine Regattayacht für den Kofferraum

Das Motto lautet: Einfach, preiswert und einheitlich.
Es wird besonderer Wert auf den weitestgehenden Verzicht von Kohle- und Aramidgeweben gelegt. Mast und Großbaum dürfen nur aus Aluminium oder Holz sein.
Gesteuert werden die Boote über zwei Funktionen: Eine Funktion übernimmt die Rudereigenschaften und die andere Funktion bedient die Segel.
Die komplette Yacht muss mindestens 4 kg auf die Waage bringen, wobei der Kiel inklusive Ballast maximal 2,5 kg schwer sein darf. Der Gesamttiefgang ist auf 42cm begrenzt, wodurch das Zu-Wasser-lassen beträchtlich erleichtert wird. In seichten Gewässern ist daher das Fahren aufgrund des geringen Tiefgangs unbedenklich. 

Das Design des Rumpfes an sich ist völlig freigestellt.
Rumpf, Kielflosse und Ruder sind die Teile einer IOM-Yacht, die dem Konstrukteur den meisten Spielraum in Sachen Formgebung bieten. Lediglich ein paar Grundfestlegungen müssen eingehalten werden. Wie zum Beispiel die Ausführung als Monorumpf und die Abmessungen: Maximallänge 1000mm und maximaler Tiefe 60mm und ein Mindestgewicht 4kg. Um jedes Boot bei Kollision zu schützen, hat es am Bug einen verpflichtenden Gummifender der den Aufprall abfängt.

Neueinsteiger sind gut beraten, wenn sie anfangs auf etwas Bewährtes zurückgreifen - ein Gebrauchtboot, möglichst komplett. Denn von einer rapiden Veralterung bereits existierender Boote kann kaum die Rede sein. Die Erhöhung des Geschwindigkeitspotenzials geht nämlich nur sehr langsam voran. Grund dafür sind jene 4kg Mindestgewicht, die jeder Konstrukteur irgendwie in Volumen umsetzen muss. Auch wenn das Boot vielleicht schon zwei bis drei Jahre Regattaeinsatz hinter sich hat, es ist normalerweise ordentlich eingetrimmt und weist keine Kinderkrankheiten mehr auf. Damit hält sich die Belastung des Geldbeutels noch in Grenzen. (Kosten 500- P1010977_11500 Euro)

Mit der Zeit und einiger Erfahrung kommt dann vielleicht der/die eine oder andere Segler/in an den Punkt, dass er/sie mal selbst eine Regattajacht konstruieren und bauen möchte. Warum auch nicht! Ein Ingenieurstudium in Schiffbau ist keine unbedingte Voraussetzung, wohl aber ein paar eigene Ideen, allgemeine Grundkenntnisse im Modellbau und die nötige Ausdauer. 

Was seit Schaffung der IOM dabei herausgekommen ist, kann sich mehr als nur sehen lassen: Geschätzt gibt es weltweit ca. 150 verschiedene Konstruktionen, und jedes Jahr kommen ungefähr 20 neue dazu! Für jeden Geschmack ist etwas dabei - von ganz schlank bis extrem breit, mehr U- oder mehr V-förmig im Spantenriss…

Die Riggs DSCF0234_2

Eine weitere Ursache warum alle Boote annährend gleich schnell sind, liegt in der Besegelung. Für den Regattaeinsatz in dieser Klasse sind nur drei in ihren Abmessungen exakt festgelegte Riggs zugelassen. Je ein Leichtwind-, Arbeits- und Sturmrigg. Die Sätze bestehen jeweils aus Fock und Großsegel.  Sie unterscheiden sich in der Größe der Riggs und deren Segelflächen.
Diese und weitere detaillierte Bestimmungen sind komplett in einer Klassenvorschrift festgeschrieben, womit auch langfristig eine Chancengleichheit erreicht werden soll.

Auf gut Deutsch heißt das: Man muss sich nicht jedes Jahr mit dem neuesten Modell eindecken, sondern kann auch mit einem etwas "betagtem" Boot gute Plätze belegen. Wie schon gesagt, eine Regatta soll schließlich durch seglerisches Können und nicht durch High-Tech-Boote entschieden werden!

Als Segelmaterial selbst werden hauptsächlich diverse Folien verwendet, allen voran Polyester-Zeichenfolie. DanebenKITEUNDNIMBUS23 findet man aber auch Folien und Tücher aus dem Jollenbereich, wie z.B. dünne Dacrongewebe oder leichtes Gitter-Mylar: Eine an sich klare Folie, in die Verstärkungsfasern aus Glas, Kohle, Kevlar oder Dyneema "eingebacken" wurden.

Die einzelnen Riggs werden immer komplett gewechselt bzw. benutzt. Das heißt, zu jedem Satz Segel gehört je ein Mast, je ein Paar Bäume, Wanten ... Der wichtigste Vorteil besteht darin, dass die einzelnen Riggs immer perfekt abgestimmt bleiben. Die leidige Einstellerei und das Wechseln der Riggs während den Wettfahrten (bei wechselnden Windverhältnissen) wird auf ein Minimum reduziert.

Die Verstagung des Riggs auf dem Boot erfolgt mittels eines Wantenpaares (mit Saling) und einem Achterstag. Über Großbaumniederholer, Fockstag, Achterstag, Maststütze und einer Art Dirk (parallel zum Achterkliek der Fock) wird die gesamte Spannung/Mastbiegung und somit der Bootstrimm kontrolliert.

Das TransportproblemMvc-001f

Ein weiterer Punkt bei der Entwicklung der Ein-Meter-Klasse war das Transportproblem. Das längste Teil, der Mast des Leichtwindriggs, misst gerade mal 1,85 Meter und ist selbst als komplettes Rigg mit etwas Geschick in jedem normalen Kleinwagen verstaubar. Kielflosse und Ruder sind vom Rumpf abnehmbar. Die gesamte Ausrüstung besteht somit aus gerade mal sechs Teilen (3 Riggs, Bootsrumpf, Kiel und Ruder). Dazu kommen noch ein Klapp- oder Drehständer zum Auftakeln und ein Koffer oder eine Tasche für Fernsteuerzubehör (Fernsteuerung, Empfänger, Batterien) und Werkzeug.

Wettkämpfe: Freundschafts- oder Wertungsregatta

Zu Freundschaftsregatten treffen sich Segler/innen "just for fun". Man segelt um des Segelns Willen, nicht unbedingt nach Bootsklassen getrennt und auch nicht ganz so strikt nach Regeln. Bei Wertungsregatten tritt der Ehrgeiz der Teilnehmer in den Vordergrund, schließlich geht es um Ranglistenpunkte! Es wird konzentriert gesegelt und bei Wegerechtsverstößen drückt man nur selten ein Auge zu. IOM-Regatten werden in Österreich meistens Freitags ausgetragen, wobei keine feste Anzahl der Wettfahrten ausgeschrieben ist. Das Motto lautet: Je mehr Wettfahrten, desto besser. Die Boote werden gewöhnlich ab 15 Teilnehmern in Gruppen geteilt. Die Gruppen segeln immer abwechselnd wobei meistens ein etwa 12 minütiger olympischer Dreieckskurs abzusegeln ist. Die Vorrangregelung ist ähnlich denen der großen Boote. Bei Bojenberührung jedoch, gibt es beispielsweise keine Entlastung da sie nur schwer vom Land erkennbar ist.Die Startsequenz beginnt bei einer Minute. Vorher hat man jedoch 3 Minuten Zeit, um das Boot aufs Wasser zu setzen um zur Startlinie zu gelangen.

Vorlage H.Bohn

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